KI-Outbound-Anrufe erlaubt?
UWG, Einwilligung, fonio
Wann ein KI-Assistent Kunden anrufen darf: Einwilligung nach § 7 UWG, Unterschied zwischen B2B und B2C, KI-Hinweis nach Art. 50 und was fonio voraussetzt
Darf ein KI-Assistent Kunden anrufen?
Ja, aber nicht jeden und nicht zu jedem Zweck. Ob ein ausgehender KI-Anruf erlaubt ist, entscheidet in Deutschland vor allem § 7 UWG: Werbeanrufe bei Verbrauchern brauchen deren vorherige ausdrückliche Einwilligung, und bei einem automatisierten Anruf verlangt das Gesetz diese Einwilligung womöglich auch gegenüber Unternehmen. Dazu kommt seit dem 2. August 2026 die Pflicht aus der EU-KI-Verordnung, dass sich der Assistent als KI zu erkennen gibt.
Technisch kann fonio ausgehend telefonieren, als Kampagne mit einer Kontaktliste oder einzeln aus deinem eigenen System. Die eigentliche Frage vor der ersten Kampagne ist deshalb nicht, ob es geht, sondern wen du anrufen darfst.
Was § 7 UWG verlangt
Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (öffnet in neuem Tab) unterscheidet nach dem Empfänger und nach der Technik:
- Verbraucher (B2C): Werbung per Telefonanruf ist nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung erlaubt (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG). Diese Einwilligung musst du bei der Erteilung dokumentieren und fünf Jahre aufbewahren, gerechnet ab Erteilung und ab jeder Verwendung (§ 7a UWG (öffnet in neuem Tab)).
- Unternehmen (B2B): Für einen Anruf durch einen Menschen genügt eine zumindest mutmaßliche Einwilligung. Es braucht also einen sachlichen Anlass, aus dem sich ergibt, dass der Angerufene den Anruf wünscht. Die Gerichte legen das eng aus: Ein allgemeines Interesse der Branche an deinem Angebot reicht nicht.
- Automatische Anrufmaschine: Für Werbung mit einer automatischen Anrufmaschine verlangt § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG die vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten, und zwar unabhängig davon, ob er Verbraucher oder Unternehmer ist.
Ob ein KI-Assistent, der selbst wählt und frei spricht, eine automatische Anrufmaschine im Sinne der Nr. 2 ist, ist nicht abschließend geklärt. Solange das offen ist, ist die vorsichtige Lesart die sichere: Werbung per KI-Anruf nur mit ausdrücklicher Einwilligung, auch im B2B. Verstöße gegenüber Verbrauchern können nach § 20 UWG (öffnet in neuem Tab) mit bis zu 300.000 € Bußgeld geahndet werden, eine fehlende oder lückenhafte Dokumentation mit bis zu 50.000 €. Zuständig ist die Bundesnetzagentur.
Unabhängig vom Bußgeld können Mitbewerber und Verbände abmahnen und auf Unterlassung klagen (§ 8 UWG).
Werbung oder Service?
§ 7 UWG trifft Werbung. Viele sinnvolle KI-Anrufe sind keine: Der Kunde hat einen Termin und bekommt eine Erinnerung, er hat über dein Formular um Rückruf gebeten, sein Auto ist fertig. Solche Anrufe dienen einem bestehenden Vertrag oder einer Anfrage des Kunden und sind in der Regel keine Werbung, solange der Assistent beim Anlass bleibt. Schon eine Zufriedenheitsumfrage oder die Bitte um eine Bewertung gilt nach der Rechtsprechung als Werbung.
Die Grenze ist allerdings schnell überschritten. Sobald der Assistent in der Terminerinnerung zusätzlich ein Angebot erwähnt, ein Upgrade anpreist oder ehemalige Kunden „reaktiviert", ist es Werbung, und die Regeln oben gelten. Das gilt auch, wenn er am Ende nur um eine Bewertung bittet oder eine Zufriedenheitsumfrage anhängt. Kaltakquise bei Verbrauchern ohne Einwilligung ist mit KI genauso unzulässig wie mit einem Menschen. Plane Service-Anrufe deshalb so, dass sie beim Service bleiben, und hol dir für alles andere vorher die Einwilligung, zum Beispiel per eigenem, nicht vorangekreuztem Häkchen im Buchungsformular, das ausdrücklich Anrufe durch deinen Betrieb nennt.
Die KI muss sich zu erkennen geben
Auch beim ausgehenden Anruf gilt Art. 50 Abs. 1 der KI-Verordnung (öffnet in neuem Tab): Wer mit einem KI-System spricht, muss das erkennen können, spätestens bei der ersten Interaktion und in klarer Form (Abs. 5). Am Telefon heißt das: im ersten Satz, zum Beispiel „Guten Tag, hier ist der KI-Assistent von [Betrieb], ich rufe wegen Ihres Termins am Donnerstag an." Wie du die Ansage formulierst und wer dafür verantwortlich ist, steht auf der Seite zur Kennzeichnungspflicht.
Wird das Gespräch aufgezeichnet, gehört auch dieser Hinweis an den Anfang. Eine Aufzeichnung ohne Einwilligung der Gesprächspartner kann nach § 201 StGB strafbar sein, und ein Hinweis allein ersetzt die Einwilligung nicht in jedem Fall.
Was fonio für ausgehende Anrufe voraussetzt
Laut fonio-Hilfecenter zu ausgehenden Anrufen (öffnet in neuem Tab) und der Preisseite (öffnet in neuem Tab) (Stand 15.10.2026):
- Team-Tarif: Für Kampagnen setzt fonio den Team-Tarif voraus, auf der Preisseite nennt erst die Team-Karte „Outbound Anrufe".
- Identitätsprüfung: Du findest sie unter Abo & Abrechnung ganz unten. Ohne erfolgreiche Verifizierung startet kein ausgehender Anruf.
- Rufnummer: Entweder du importierst deine bestehende Geschäftsnummer, sie bleibt dabei bei deinem Telefonanbieter, oder du legst eine SIP-Nummer mit ausgehender Konfiguration an. Pro Assistent ist eine Nummer für ausgehende Anrufe möglich.
- Kampagne oder API: Eine Kampagne legst du im Dashboard mit einer CSV-Kontaktliste an und bestimmst Startzeit, Anrufzeiten und Intervall. Einzelne Anrufe löst dein eigenes System über die Outbound-API aus, etwa direkt nach einer Formularanfrage. Mehr dazu unter fonio API und Webhooks.
- Kosten: Ausgehende Anrufe verbrauchen Minuten aus deinem Kontingent. Zusätzlich fallen Carrier-Kosten für jede angefangene Minute an, die Höhe zeigt fonios Kostenrechner im Hilfecenter.
fonio schreibt dazu: Rufe nur Personen an, die du rechtmäßig kontaktieren darfst, besonders bei Werbeanrufen und größeren Kontaktlisten. Die Prüfung deiner Kontaktliste bleibt bei dir.

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Wann sich Outbound mit fonio lohnt
Team kostet 359 € statt 119 € im Monat, im Jahresabo 299 € statt 99 € je Monat. Wer nur wegen ausgehender Anrufe wechselt, zahlt diese Differenz plus die Carrier-Kosten. Telefonierst du ohnehin mehr als 2.600 Minuten im Monat, ist Team bei monatlicher Zahlung auch ohne Outbound günstiger als Solo mit Zusatzpaketen. Dann kommt Outbound praktisch mit.
Es lohnt sich vor allem bei wiederkehrenden Service-Anrufen an Kunden, die ihn erwarten: Terminerinnerungen, Rückrufe auf Formularanfragen, Rückfragen zu offenen Aufträgen. Hier spart jeder Anruf, den der Assistent übernimmt, einen Griff zum Hörer. Für Kaltakquise eignet es sich nicht. Ohne Einwilligung bleibt sie gegenüber Verbrauchern verboten, und im B2B trägst du das ungeklärte Risiko der Anrufmaschine.
Beispiel: Terminerinnerung in der Werkstatt
Ein angenommener Fall, kein Kundenprojekt: Eine Kfz-Werkstatt vergibt Termine über ein Online-Formular und fragt dort per Häkchen, ob der Kunde am Vortag telefonisch erinnert werden möchte. Der Assistent ruft nur diese Kunden an, nennt sich in der Begrüßung als KI-Assistent der Werkstatt, bestätigt den Termin oder nimmt eine Verschiebung auf. Angebote erwähnt er nicht. Die Einwilligung liegt mit Datum im Buchungssystem.
Einrichtung durch FoxifAI
Kampagne oder API-Strecke, Gesprächsdesign samt KI-Ansage und die Anbindung der Einwilligung aus deinem Formular über KI-Automatisierung richten wir für deinen Voice Agent ein, den Umfang klären wir im kostenlosen Erstgespräch (öffnet in neuem Tab).
Häufige Fragen
Darf ich mit einem KI-Assistenten Verbraucher anrufen? Für Werbung nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung nach § 7 Abs. 2 UWG, die du dokumentieren und fünf Jahre aufbewahren musst. Reine Service-Anrufe zu einem bestehenden Vertrag oder auf Wunsch des Kunden, etwa eine Terminerinnerung oder ein erbetener Rückruf, sind in der Regel keine Werbung, solange der Assistent beim Anlass bleibt. Schon eine Zufriedenheitsumfrage oder die Bitte um eine Bewertung gilt nach der Rechtsprechung als Werbung.
Gilt im B2B die mutmaßliche Einwilligung auch für KI-Anrufe? Das ist nicht abschließend geklärt. Für Anrufe durch Menschen genügt gegenüber Unternehmen eine mutmaßliche Einwilligung. Für Werbung mit einer automatischen Anrufmaschine verlangt § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG dagegen auch im B2B eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Solange offen ist, ob ein KI-Assistent darunter fällt, ist die ausdrückliche Einwilligung die sichere Lösung.
Was braucht fonio für ausgehende Anrufe? fonio verlangt für Outbound-Kampagnen den Team-Tarif, eine abgeschlossene Identitätsprüfung unter Abo & Abrechnung und eine Rufnummer mit ausgehender Konfiguration, entweder deine importierte Geschäftsnummer oder eine SIP-Nummer. Ausgehende Anrufe verbrauchen Minuten aus dem Kontingent, dazu kommen Carrier-Kosten für jede angefangene Minute.
Muss sich der KI-Assistent auch beim ausgehenden Anruf als KI zu erkennen geben? Ja. Art. 50 der EU-KI-Verordnung gilt seit dem 2. August 2026 und verlangt, dass die angerufene Person spätestens bei der ersten Interaktion erkennt, dass sie mit einem KI-System spricht. Am einfachsten nennt sich der Assistent im ersten Satz als KI-Assistent deines Betriebs.
Keine Rechtsberatung, Stand 15.10.2026. Dieser Beitrag bietet allgemeine Orientierung und ersetzt keine Prüfung im Einzelfall, gerade vor einer Kampagne mit größeren Kontaktlisten.
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